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Eva Meyer

Zählen und Erzählen

Für eine Semiotik des Weiblichen

 

Neuauflage mit einem Vorwort von Marianne Schuller

 

»Vielleicht ist die Wahrheit ein Weib, das Gründe hat, ihre Gründe nicht sehen zu lassen?«
Friedrich Nietzsche

»Im Anschluß an Nietzsche schlägt Eva Meyer in einer auf dem Niveau logischer und epistemologischer Probleme durchdachten Arbeit vor, das Sicheinlassen auf Paradoxie und die Invisibilisierung des Paradoxen als Ausgangspunkt für eine Semiotik des Weiblichen zu wählen. Damit träte, vielleicht gegen die Intentionen der Verfasserin, auch die alte Einsicht in Kraft, daß Liebe mit Wahrheit nichts zu tun haben will. Unabhängig aber von solchen Codierungsproblemen gesellschaftlicher Differenzierung, lassen diese Überlegungen zu einer Semiotik des Weiblichen es zu, unterschiedliche Weisen der Entparadoxierung zu unterscheiden und diese Unterscheidung für die Asymmetrisierung der Opposition Mann/Frau zu nutzen, ohne in die Fehler
einer bloßen Vorrangumkehrung oder einer schlichten Beseitigung des Unterschieds zu verfallen. Aus dem Paradox selbst die Möglichkeit eines logisch garantiert unmöglichen Verhaltens zu ziehen: Das wäre in der Tat ein genaues Gegenstück zu Hierarchie und Repräsentation … Der Anmaßung der Repräsentation im Kontext von Hierarchie würde die Anmaßung der Ambivalenz im Kontext von Paradoxie entgegengesetzt … gewonnen aus einer Mehrheit von funktional äquivalenten Möglichkeiten des Umgangs mit Paradoxie. Sie fordert, wenn man das sagen darf, eine »Frau ohne Eigenschaften« – eine Position, die einnehmen kann,
wer oder was immer sich der Vorherrschaft einer Unterscheidung entzieht.«    Niklas Luhmann



»Eva Meyer simuliert von Anfang-an-schon-Verstehbarkeit eben: nicht!
Immer dort, wo der Leser sich, zu allem entschlossen, einzuschreiben versucht, an dem Ort zwischen Aneignung und Enteignung, genau in diesem Dazwischen, das amorph und doch präzise ist, ein Messerschnitt durchs Wasser, durch den Sand, ein In-Gang-Setzen von zwei Modems, die sich in der sagen wir Delphinsprache miteinander unterhalten, ja, präzise in dieser scharfen Linie zwischen dem weichen Wassersand und dem ebenso weichen Körper, also zwischen zwei Unbestimmten, nicht Festgefügten, entsteht: die Klarheit. Die Klarheit der Verwandlung, die letztlich auch vor dem eigenen Körper nicht haltmacht, wo ein Amorphes in ein andres übergeht, das von der natürlichen Umgebung längst überfordert ist. So wie wir unserer Umgebung schon längst nicht mehr gewachsen sind und sie, auch wenn wir sie aufsuchen, im Grund meiden, so ist es auch mit dem Denken Eva Meyers: Es wird etwas entschlossen aufgesucht. Und indem man es meidet, findet man es.«    Elfriede Jelinek

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nexus 27
188 Seiten, frz. Br., Fadenheftung

ISBN: 978-3-86109-127-1

 

Einzelpreis: 28,00 €
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1970: Verlag Roter Stern K. D. Wolff KG in Frankfurt am Main gegründet. Seit dem begann der Verlag mit der Edition umfangreicher historisch-kritischer Ausgaben deutschsprachiger Schriftsteller, wie zum Beispiel Frankfurter Hölderlin-Ausgabe, Heinrich von Kleist, Gottfried Keller, Georg Trakl, Franz Kafka und Casimir Ulrich Boehlendorff.