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Grete Gulbransson
Tagebücher Band V: Meine Heimat Einsamkeit
Vorarlberger Tagebuch. 1928–1934
EDITION : Tagebücher
hrsg. und kommentiert von Ulrike Lang
In Band V der »Tagebücher Grete Gulbranssons« öffnet sich aus der Perspektive der Tagebuchschreiberin und Zeitzeugin ein dichtes und farbenreiches kulturelles Panorama Vorarlbergs in den Jahren von 1928 bis 1934. Zugleich geben diese Aufzeichnungen Einblick in die wichtigsten Ereignisse ihres Lebens von 1928 bis zu ihrem Tod. Nach langen Jahren in München und vielen Auslandsaufenthalten hoffte die Schriftstellerin, in Vorarlberg eine Bleibe zu finden. Doch mußte sie ernüchtert feststellen, daß sich ihr Wunsch nicht leicht verwirklichen ließ: Gesundheitliche Probleme und Geldsorgen hinderten sie immer wieder an der Konkretisierung dieses Vorhabens, bis sie schließlich im Herbst 1929 eine Mietzusage auf Schloß Weißenberg in Batschuns/Vlbg. (»Batschunser Schlössle«) erhielt. Wie die meisten der Vorarlberger Künstler und Künstlerinnen hatte auch Grete Gulbransson mit erheblichen ökonomischen Schwierigkeiten zu kämpfen; Unterstützung seitens öffentlicher Gremien und Institutionen gab es so gut wie keine. Noch stärker traf dies jene Kunstschaffenden aller Sparten aus ihrem Bekanntenkreis, die sich mit ihrer Arbeit außerhalb des gewohnten, traditionellen Rahmens bewegten: deren Werke wurden weder von der Bevölkerung noch von den lokalen Kunstkritikern geschätzt. Daß die Distanzierung bzw. Ablösung von Bestehendem in Vorarlberg besonders langsam vor sich ging, hing sehr mit einer in der damaligen Bevölkerung weit verbreiteten Auffassung von Kunst zusammen. Diese wurde nicht nur durch das Stereotyp vom »sparsamen, tüchtigen Vorarlberger« genährt, sondern auch durch ein starres Festhalten an überlieferten Anschauungsformen. – Wie alle anderen Diarien Grete Gulbranssons bieten auch diese hier erstmals vorgestellten Texte wieder reichhaltiges Anschauungsmaterial, das es Lesern und Leserinnen ermöglicht, sich mit den unterschiedlichsten Aspekten einer Provinz-Kultur im Vorfeld nahender Aufbrüche und Zusammenbrüche kritisch auseinanderzusetzen.
Viel Zeit zur »Repatriierung« blieb Grete Gulbransson nicht: sie starb am 26.3.1934 im Krankenhaus von Schwabing an einer schweren Lungenentzündung.

280 Seiten, Leinen, geb., Fadenheftung
ISBN: 978-3-87877-694-9
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Grete Gulbransson
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