Stroemfeld Verlag GmbH, gegründet 1970, ist vor allem für seine ambitionierten Werk- und Gesamtausgaben deutscher Literaten aus dem 19. und 20. Jahrhundert bekannt.
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Gertrud Spat
Maria T.
Biographie einer Mutter
Gertrud Spat erzählt in autobiographischer Form das Leben von Maria T., der Mutter Georg Trakls, ein berührender Rückblick.
Warum wird in der Biographie eines berühmten Menschen die Mutter oft kaum berücksichtigt? Viel mehr als ihr Name wird meistens nicht erwähnt. Haben nicht die Mütter den stärksten Einfluß auf ihre Kinder?
Dem Leben und Werk des Dichters Georg Trakl sind ganze Bibliotheken gewidmet. Seine Mutter kommt in den Biographien nur am Rande vor. Wenn überhaupt, wird sie meist in eher abfälliger Art erwähnt. Niemand hat sich bisher mit ihrem tragischen Schicksal ernsthaft beschäftigt.
Nach intensiven Recherchen legt jetzt Gertrud Spat die Lebensgeschichte der Maria T. vor. Sie hat dafür die Ich-Form gewählt. Es ist eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit, eine Art Protokoll, das in seiner Schlichtheit berührend wirkt, ob der Leser nun ein Kenner und Verehrer Georg Trakls ist oder noch nie eine Zeile von ihm zu Gesicht bekommen hat. Wer ihn gut zu kennen meint, bekommt vielleicht durch die familiäre Perspektive einen neuen Blick auf ihn – wer ihn noch nicht kannte, wird möglicherweise angeregt, seine Gedichte zu lesen.
Aber in erster Linie geht es um Maria T.
Wie ging die siebenfache Mutter damit um, daß unter ihren Kindern zwei ganz außergewöhnlich waren, große Probleme bereiteten (Inzest, Drogensucht …) und schließlich sehr jung gestorben sind – wahrscheinlich beide, sicher eines durch eigene Hand? Abgesehen von der ziemlich dramatischen Vorgeschichte der Frau Trakl und von den Katastrophen, die sie erlebt hat: die mißlungenen Ehen zweier Töchter, der Verlust des geliebten Mannes, der Verlust des ganzen Vermögens und Besitzes durch Bankrott, der Abstieg in die Armut, Krankheit und Angst um die Söhne im Ersten Weltkrieg … Dies alles gegen den Hintergrund der sich um die Jahrhundertwende stark verwandelnden Stadt Salzburg. Georg Trakl hat diese Stadt wohl gehasst und geliebt ebenso wie er seine Mutter gehasst und sehr geliebt hat.
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