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Stroemfeld Verlag GmbH, gegründet 1970, ist vor allem für seine ambitionierten Werk- und Gesamtausgaben deutscher Literaten aus dem 19. und 20. Jahrhundert bekannt.

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Paul Renner

Kulturbolschewismus?

 

Reprint der Originalausgabe im Eugen Rentsch Verlag, Zürich, München, Leipzig 1932.

 

»Wer sich für germanistische Edition interessiert, wird irgendwann einmal auch die Bände der von Norbert v. Hellingrath herausgegebenen Hölderlin-Ausgabe in der Hand gehabt haben. Gestaltet wurden die Bände von Paul Renner (1878-1956), einem der Pioniere moderner Typographie in Deutschland, der bis weit in die 1970er Jahre das avantgardistische Design nicht nur im deutschsprachigen Raum bestimmte oder zumindest beeinflußte. Ausstattung und Typographie der Hellingrathschen Edition waren für die Zeit ungewöhnlich, und die Apparatdarstellung trieb bereits mit dem ersten, 1913 erschienenen Band einen Aufwand, der entsprechende Ausgaben anderer Autoren im Hinblick auf Detailliertheit und Übersichtlichkeit in den Schatten stellte.
Renner wurde 1910 Mitglied des ›Deutschen Werkbunds‹, 1925 lehrte er an der Frankfurter Kunstschule (heute Städelschule) Werbegraphik und Typographie und wechselte 1926 nach München, um die dortige Graphische Berufsschule zu leiten, der er 1927 die Meisterschule für Buchdrucker angliederte. 1924 begann er mit der typographischen Entwicklung der berühmten ›Futura‹-Schrift, der er einen internationalen Durchbruch verschaffte.
Scharf kritisierte Renner die ›Kulturpolitik‹ der Nazis und scheute keine Auseinandersetzung, um all jene gängigen antisemitischen und antikommunistischen Ressentiments zurückzuweisen. Sein von den Nazis kassiertes, heute nur noch in wenigen Bibliotheken vorhandenes Buch ›Kulturbolschewismus?‹ war in Deutschland bereits 1932 nicht zu publizieren (2 befreundete Verleger hatten abgelehnt), und mußte bei Renners Freund im Eugen Rentsch Verlag, Zürich, erscheinen.
Es enthält eine flammende Verteidigung der Moderne in Architektur (etwa Mies van der Rohe) und Bildender Kunst (etwa Oskar Kokoschka). Vielleicht gibt es kein zentraleres Dokument der Zeit, welches klarer auf den Begriff bringt, daß ›deutsch‹ zu sein mit einem Begriff wie Rasse nichts zu tun hat. Der ›Völkische Beobachter‹ machte denn auch gleich nach Erscheinen des Buches Renner zum Gegenstand öffentlichen Hasses. Im April 1933 wurde Renner, zuvor bereits ein persönlicher Feind des neuen Innenministers Wilhelm Frick, inhaftiert.«
Roland Reuß, in TEXT 8 (2003)

 

»[…] Seit einiger Zeit wird in Flugblättern, Broschüren und Büchern, in Zeitungsaufsätzen und Versammlungen zu einem Kampf für die deutsche Kultur aufgerufen. Man sagt, sie sei durch den Kulturbolschewismus bedroht. Der Kampf richtet sich gegen die alte kosmopolitische Aufgeschlossenheit des Deutschen zur ganzen Welt, gegen die große humane Tradition […] Was hat Rasse mit Kunst zu tun?«
Paul Renner, Kulturbolschewismus?, 1932

hrsg. von Roland Reuß in Zusammenarbeit mit Peter Staengle

96 Seiten, frz. Broschur

ISBN: 978-3-87877-829-5

 

Einzelpreis: 14,00 €
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1970: Verlag Roter Stern K. D. Wolff KG in Frankfurt am Main gegründet. Seit dem begann der Verlag mit der Edition umfangreicher historisch-kritischer Ausgaben deutschsprachiger Schriftsteller, wie zum Beispiel Frankfurter Hölderlin-Ausgabe, Heinrich von Kleist, Gottfried Keller, Georg Trakl, Franz Kafka und Casimir Ulrich Boehlendorff.