Stroemfeld Verlag GmbH, Franfurt/M, Deutschland

Stroemfeld Verlag GmbH, gegründet 1970, ist vor allem für seine ambitionierten Werk- und Gesamtausgaben deutscher Literaten aus dem 19. und 20. Jahrhundert bekannt.

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Action ..., Action ...

Heft 4

 

Im vierten Heft von „Film und Kritik" wollen wir uns mit Actionfilmen beschäftigen. Wir verstehen dies einmal mehr als Versuch, kinospezifische Reflexionsbewegungen jenseits der ausgetretenen Pfade traditioneller Filmzeitschriften zu begehen: weder soll einem orthodoxen Akademismus gehuldigt werden noch dem ästhetizistisch-moralischen Vor-Urteilen diverser FilmfeuilletonistInnen. Anhand ausgewählter Schwerpunkte bemühen wir uns vielmehr um die Kultivierung einer ideologiekritischen Diskussion, die sich gerade an gesellschaftlich umstrittenen, politisch verdrängten und theoretisch unterbelichteten Themen abzuarbeiten versucht. Nach der im ersten Heft unternommenen Revision des als Naziregisseur verrufenen Bergfilmers Arnold Fanck, den darauffolgenden Auseinandersetzungen mit dem postmodernen Etikett der Selbstreflexivität im Film und der zuletzt erfolgten Wiederentdeckung des durch eine Vergewaltigungs- und Mordaffäre zum Gerichtsfall gewordenen Stummfilmstars Roscoe „Fatty" Arbuckle, heißt es nun also schlicht und ergreifend: „Action!"
Doch von welcher Action soll die Rede sein? Was ist nun im konkreten zu verhandeln? Und welche Unterbelichtungen und Verdrängungen sind dabei zu berücksichtigen?
Auf den ersten Blick weiß wohl jedeR, wie ein Actionfilm sein kann: eine temporeiche, zuweilen atemlose Folge von Ereignissen; eine Orgie von Über-Lebens-Kampf und tödlicher Zerstörung; ein Feuerwerk sinnesgewaltiger Effekte; etwas mit allen kinematographischen Mitteln Hin- und Mitreißendes; und last but not least jene actionfilmspezifische Hochschaubahnfahrt, deren sexuelle Komponente Richard Dyer einmal als Cunnilingus und Fellatio im Kinosessel pointiert hat (Dyer 1994).
Was der Actionfilm ist, läßt sich indes so wenig festschreiben wie einheitliche Grundstrukturen oder gar so etwas wie Genregesetze zu bestimmen sind. Tatsächlich stellt die Action, wie uns im Laufe unserer Auseinandersetzungen immer klarer wurde, ein ebenso variables wie instabiles Bedeutungselement innerhalb höchst unterschiedlicher Filmdiskurse dar. Daß andauernd von dem Actionkino die Rede ist, sollte nicht über dessen reale Heterogenität hinwegtäuschen. Die immer gigantischer budgetierten Studioproduktionen wie DIE HARD WITH A VENGEANCE (1994), TWISTER (1995); SPEED 2 (1996) und TITANIC (1997) haben letztendlich so wenig narrative oder audiovisuelle Parameter gemeinsam wie unabhängige B-"Kult"-Movies wie ROCKY (1976), MAD MAX (1978) oder TERMINATOR (1984). Vielmehr greifen sie nicht nur die unterschiedlichsten ideologischen Fragestellungen innerhalb der unterschiedlichsten gesellschaftlichen Konstellationen auf, sondern berufen sich auch auf die verschiedensten ästhetischen Traditionen. Fröhlich werden Elemente des Spaghetti-Westerns mit Erbstücken des französischen film noir, der Hollywoodschen Abenteuer- und Katastrophenklassiker, der Hongkong-Kung Fu-Eastern sowie diversen Comics und Science Fiction-Romanen miteinander kombiniert und zu Actionthriller, Actionkrimis, Actionkomödien oder einfach Actionreissern verdichtet. Gerade, wenn mann/frau noch einmal „Genre"-Klassiker wie FRENCH CONNECTION (1971), THE DRIVER (1978), ESCAPE FORM NEW YORK (1980), TO LIVE AND DIE IN LA (1985) oder NIKITA (1989) erlebt, wird nur allzu augen- und ohrenfällig, daß selbst die Behauptung Actionfilme teilten per se eine bestimmte Form der Dynamik und der Materialität nur schwer zu halten ist. Vergleichen Sie doch einmal die berühmte Verfolgungsjagd von BULLITT (1968) mit der Tempohetze von MAD MAX 2/THE ROAD WARRIOR (1981) und den chasing-Tiraden von THE FIFTH ELEMENT (1996)! Geben Sie sich zuerst den audiovisuellen Beschleunigungen von SPEED (1993) hin und dann der sukzessiven Verlangsamung, den Zeitlupen und Freeze Frames in A BETTER TOMORROW (1992)! Vergleichen Sie Harrison Fords außenpolitische Actionfigur in RAIDERS OF THE LOST ARK (1981) mit Sylvester Stallones innenpolitischer Traumabearbeitung in RAMBO (1982) und Sean Connery kosmopolitischem Ur-Bond DR. NO (1962)! Oder wechseln sie ein paar Mal zwischen den exakt choreographierten Körperkämpfen von POLICE STORY 3 (1991) und den hochtechnisierten Spezialeffekt-Schlachten von CON AIR (1996)!

filmundkritik4

ISBN: 978-3-87877-810-5

 

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1970: Verlag Roter Stern K. D. Wolff KG in Frankfurt am Main gegründet. Seit dem begann der Verlag mit der Edition umfangreicher historisch-kritischer Ausgaben deutschsprachiger Schriftsteller, wie zum Beispiel Frankfurter Hölderlin-Ausgabe, Heinrich von Kleist, Gottfried Keller, Georg Trakl, Franz Kafka und Casimir Ulrich Boehlendorff.